Unsere geschichte

Seit mehr als 170 Jahren spielt die Musik

Die Geschichte des Musikvereins Grevenbrück reicht weiter zurück, als lange Zeit angenommen wurde.

Über viele Jahrzehnte galt das Jahr 1883 als Gründungsjahr des damaligen Musikvereins Förde. Aus diesem Grund feierte der Verein im Jahr 2008 sein 125-jähriges Jubiläum unter dem Motto „125 Jahre – immer noch jung“.

Spätere Nachforschungen brachten jedoch einen älteren Beleg ans Licht: Im Rahmen der Ausstellung „Wir machen Musik“ im Museum der Stadt Lennestadt entdeckte Kreisheimatpflegerin Susanne Falk ein Plakat aus dem Jahr 1855. Darauf wird dokumentiert, dass Musiker aus Förde bereits damals eine Festlichkeit im benachbarten Elspe musikalisch begleiteten.

Damit ist 1855 die früheste bislang bekannte Erwähnung des heutigen Musikvereins Grevenbrück. Seine musikalischen Wurzeln reichen somit mindestens 30 Jahre weiter zurück als zuvor angenommen.

Musik als Teil des Dorflebens

Seit seinen Anfängen begleitet der Musikverein das gesellschaftliche, kirchliche und kulturelle Leben in Förde und dem späteren Grevenbrück. Prozessionen, Schützenfeste, Gedenkveranstaltungen, Martinszüge und örtliche Feiern waren und sind ohne die Musik des Vereins kaum vorstellbar.

Über Generationen entwickelte sich aus der ursprünglichen Musikkapelle ein vielseitiges Blasorchester. Neben der Pflege traditioneller Musik öffnete sich der Verein immer wieder neuen musikalischen Stilrichtungen. Konzertmusik, Filmmusik und moderne Unterhaltung fanden ebenso ihren Platz wie Märsche, Polkas und die Musik zu Festzügen und Schützenfesten.

Musikalische Erfolge

Ein besonderer Erfolg gelang 1979 bei einem vom Volksmusikerbund veranstalteten Wertungsspiel in der Grevenbrücker Schützenhalle. Der Musikverein erreichte in der Oberstufe den ersten Rang.

1983 wurde dem Verein die Pro-Musica-Plakette verliehen. Die vom damaligen Bundespräsidenten Karl Carstens vergebene Auszeichnung würdigte die langjährigen Verdienste des Vereins um die Pflege der instrumentalen Musik.

Auch über die Region hinaus machte der Musikverein Grevenbrück auf sich aufmerksam. Im Jahr 2002 reiste er als Orchester der Stadt Lennestadt nach Berlin. Dort begleitete er die Delegation aus Milchenbach zur Verleihung eines Goldpreises und gestaltete die Veranstaltung im Internationalen Congress Centrum musikalisch mit.

Vereinsfahrten führten die Musikerinnen und Musiker außerdem unter anderem nach Nürnberg, Dresden und Kopenhagen.

Generationen am Dirigentenpult

Die musikalische Entwicklung des Vereins wurde von verschiedenen Dirigenten geprägt. Auf Paul Klose folgte 1993 Klaus Meier, der das Orchester nahezu 25 Jahre leitete. In dieser Zeit widmete er sich besonders intensiv der Nachwuchsarbeit und führte zahlreiche junge Musikerinnen und Musiker an das Orchester heran.

Beim Weihnachtskonzert 2017 übergab Klaus Meier den Dirigentenstab an Patrick Raatz. Seit Januar 2018 steht damit erneut ein in Grevenbrück musikalisch verwurzelter Berufsmusiker an der Spitze des Orchesters.

Im selben Jahr entstand mit den Grevenbrücker Musikanten eine eigene Formation für böhmische und Egerländer Blasmusik.

Gemeinschaft auch in schwierigen Zeiten

Die Corona-Pandemie stellte den Verein vor besondere Herausforderungen. Im Jahr 2020 blieben von den sonst üblichen zahlreichen Auftritten nur wenige musikalische Gelegenheiten. Mit Promenadenkonzerten und weihnachtlichen Ständchen in den Straßen von Grevenbrück und Bonzel fanden die Musiker dennoch Wege, für ihr Publikum zu spielen.

2021 verband der Verein seine Musik mit gelebter Solidarität: Bei einem Promenadenkonzert wurden Spenden für den vom Hochwasser betroffenen Musikverein Altenahr gesammelt. Insgesamt konnten 2.000 Euro übergeben werden.

Tradition mit Zukunft

Heute besteht der Musikverein Grevenbrück aus 70 aktiven Musikerinnen und Musikern. Hinzu kommen zahlreiche Kinder und Jugendliche in der Ausbildung.

Vieles hat sich seit den ersten bekannten Auftritten im 19. Jahrhundert verändert. Geblieben sind die Freude an der Musik, die Gemeinschaft über Generationen hinweg und die enge Verbindung zu Grevenbrück.

So steht der Musikverein auch nach mehr als 170 Jahren für das, was bereits die Festschrift von 2008 ausdrückte: traditionsreich – und immer noch jung.